Ein Wolf wandert seit einigen Wochen durch die niederländische Presse. Durch die Niederlande wandert er leider nicht mehr, denn er wurde überfahren. Diesem eher traurigen Umstand verdanken wir jetzt aber, dass überhaupt bekannt wurde, dass es wieder einen oder vielleicht sogar mehrere Wölfe in den Niederlanden gibt.

Gekommen ist diese Wölfin übrigens aus Ost-Europa. Aber ein Einwanderer ist der Wolf eigentlich nicht, eher ein Rückwanderer. Obwohl er ziemlich lange weg war, denn schon Ende des 19. Jahrhunderts ist der Wolf aus den Niederlanden verschwunden.

Echte Einwanderer gibt es aber auch genügend. Viele Exoten, die hier eigentlich nicht hergehören, haben sich schon dauerhaft angesiedelt und leben mehr oder weniger wild im Land.

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Nicht alle Exoten sind aus eigenen Stücken eingewandert. Einige wurden aus Versehen mit Frachtschiffen eingeschleppt und andere begannen ihren Aufenthalt als Haustier. Es gibt auch Arten, die hier ganz bewusst angesiedelt wurden, wie z.B. der asiatische Marienkäfer. Er wurde in Belgien zur Bekämpfung von Blattläusen eingeführt und verbreitet sich in den letzten Jahren massiv auch in den umliegenden Ländern. Jetzt finden die meisten Menschen Marienkäfer ja noch ganz nett, aber bei Bisamratten, die eigentlich aus Nord-Amerika kommen, wird die Begeisterung schon kleiner.

Für Holland ist die Bisamratte ein großes Problem, da sich diese Nagetiere mit Vorliebe in die Deiche graben und damit deren Sicherheit beeinträchtigen. Seit rund 30 Jahren werden deshalb die Bisamratten gefangen und das nicht gerade im kleinen Umfang. 2004 waren es über 400.000 Tiere und jetzt immer noch mehr als 100.000 Stück im Jahr. Ursprünglich nach Europa gebracht hat man die Bisamratte übrigens wegen ihres Pelzes und auch als Jagdtier.

 

Jagdwild

Der Jagd haben noch mehr Tiere ihre neue Heimat zu verdanken. Fasanen jagte man schon zur Römerzeit gerne, also wurden sie kurzerhand hierher verfrachtet. Es gibt sie also schon sehr lange in den Niederlanden, aber heimisch sind sie eigentlich hier trotzdem nicht.

Die Damhirsche und Mufflons, die vor allem in der Veluwe und den Amsterdamse Waterleidingduinen zu finden sind, wurden auch ursprünglich als Jagdwild ausgesetzt. Ob man die wachsende Anzahl heutzutage bejagen darf oder soll, führt in den Niederlanden jedes Jahr wieder zu Diskussionen. Vor allem in strengen Wintern streitet man sich heftig, ob man abschießt, füttert oder die Tiere ganz „natürlich“ verhungern lässt. Ausreichend natürliche Nahrung in den, für diese Anzahl, zu kleinen Gebieten ist dann nämlich nicht vorhanden.

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Weniger bzw. gar keine öffentliche Diskussionen gibt es bei den kleineren Tieren, wie den Reptilien und Vögeln. Die Rotwangenschildkröte gehört sicher nicht in die holländischen Gewässer, aber Beschwerden darüber habe ich noch nie gehört. Und auch kanadische Gänse oder die Nilgans mit den dunklen Augenflecken gehören inzwischen zum täglichen Anblick. Seltener sieht man die Mandarinente und ich freue mich immer, wenn ich eine dieser wunderschönen Enten zwischen den zahlreichen Stockenten entdecke.

Die Halsbandsittiche dagegen werden immer mehr. Schaute man vor einigen Jahren noch überrascht auf, wenn man diese grünen Vögel fliegen sah, ziehen sie inzwischen in Schwärmen abends in die Parks der Städte. Einzelne Vögel erkennt man im Grün der Bäume eher selten, aber überhören kann man sie nicht. Das krächzige Geschrei tönt inzwischen aus jedem Grün der Stadt. Man muss nur die Augen schließen und schon fühlt man sich ganz weit weg.

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Kommentare  
#1 Frans Jansen 2013-08-24 21:00
Mooie fotos
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