Was das Restaurant One in Roermond für mich so besonders macht, sind nicht die französischen Namen auf der Speisekarte. Bei Restaurants in dieser Klasse ist französisch sehr beliebt. Auch die perfekte Aufmachung der Speisen auf wunderschönem Geschirr nehme ich wohlwollend zur Kenntnis, das Auge isst schließlich mit, löst den Aha-Effekt aber nicht aus. Und dass das Essen in einem Restaurant mit einem Michelin Stern vorzüglich schmeckt, war zu erwarten.

Das WOW war für mich der Raum und die Einrichtung. Wände mit zum Teil abgeschlagenem Putz, alten Graffitis und rostige Stahlträger hatte ich definitiv nicht erwartet. Glücklicherweise wurden als Einrichtung keine Vintage-Möbel gewählt, die gerade so beliebt sind. Mit zurückhaltenden und geradlinigen Design-Möbeln bekam der industrielle Charakter des Raumes den richtigen Kontrast für eine, passend zur hochwertigen Küche, edle Ausstrahlung.

one eingangIndustrielles Ambiente schon beim Eingang zum Restaurant One in Roermond

Das Restaurant One befindet sich in der ECI Cultuurfabriek in Roermond, eine ehemalige Fabrikanlage, die zum Kulturzentrum umgebaut wurde. Nach vielen Jahrzehnten vielfältiger industrieller Nutzung und einiger Jahre Leerstand, ist die Fabrikanlage inzwischen ein Industriedenkmal und wurde in den letzten Jahren behutsam restauriert. Bethany DeLong und Edwin Soumang, die gerade ein neues Domizil für ihr Restaurant suchten, erkannten das Potenzial dieser Lokalität. Nach den alten Fotos zu urteilen, die den damaligen Zustand zeigen, gehörte da einiges an Weitblick und auch viel Mut dazu.

Heute bietet das Restaurant einen Gastraum mit 45 Plätzen, einen separaten Raum auf der Empore für Gruppen bis zu +/- 25 Personen und eine große Terrasse an dem Flüsschen Roer. Als besonderes Extra gibt es einen Chef’s Table für 5 Personen direkt in der Küche, mit direktem Blick auf den Küchenchef und natürlich besonderem Service. Den Aperitif vor bzw. den Cocktail nach dem Essen kann man im Barbereich mit bequemen Clubsesseln einnehmen.

one restaurantAber auf schickes Design muss man auch in einem alten Industriebau nicht verzichten

one privatraumFür Gruppen wird die Sterne-Kochkunst auch im aparten Raum serviert

Aber jetzt zum Essen. Ich lass gleich mal die Katze aus dem Sack – es war ein Gedicht! Spannend, überraschend und unglaublich lecker.

Wir waren zu Mittag da und saßen auf der schönen Terrasse am Wasser. Die Amuse-Geule, Amuse-Bouche oder wie auch immer man die kleinen Appetithäppchen zu Anfang bezeichnen möchte, waren nicht nur schön anzuschauen, sondern auch äußerst köstlich. Überraschende Geschmacksnuancen, die mir heute noch das Wasser im Mund zusammenlaufen lassen. Leider haben wir ein bisschen zulange bewundert, sodass die Kreationen, die auf einem Stein drapiert waren schon etwas durchweichten und die Nüsse wieder ungegessen mitgenommen wurden. Anfängerfehler!

one amuse2Schon die Amuse ist ein Augenschmaus

one amuse... und unglaublich lecker noch dazu

Bei der Makreel Escabeche, die danach serviert wurde, ist uns das nicht mehr passiert. Gespräche wurden auf ein Minimum reduziert und die Vorspeise genüsslich verzehrt. Das Grüne Trauben Granité erfrischte bei der Hitze perfekt und das knackige Gemüse gab einen schönen Kontrast zur weichen Makrele. Serviert wurde übrigens in einem wunderschönen Teller, der wie für genau dieses Gericht gemacht schien.

Zum Hauptgericht gab es Poulet Noir mit saisongerechtem frischem Spargel, das Essen fand nämlich Anfang Juni statt. Ein Poulet Noir ist übrigens ein glückliches Huhn aus Frankreich, dessen schwarze Federn Namensgeber waren, wie mir der Chef-Koch Edwin Soumang erklärte. Geschmeckt hat es vorzüglich und der Ingwer, das Mus aus Daddeln und der unglaublich stabile Schaum aus ich-weiß-nicht-was passten perfekt.

Auch bei den Zutaten für den Nachtisch muss ich leider passen. Versprochen, das nächste Mal mache ich mir mehr Notizen. Ich kann euch aber versichern, er schmeckte so lecker, wie er aussah.

one lunchEin Gedicht von einer Vorspeise

one hauptgangDer Spargel perfekt und das Huhn fest, saftig und mit viel Geschmack

one dessertEin perfekter Abschluss für ein perfektes Menü

 

Restaurant One

ECI 17, Roermond (ECI Cultuurfabriek am Stadtrand von Roermond)

"New Dutch Cuisine" unter Chef Edwin Soumang, ausgezeichnet mit einem Michelin-Stern.

Geöffnet: Dienstag bis Samstag ab 17.30 Uhr, (ab 7 Personen auf Anfrage auch am Mittag). Die Kontaktdaten für eine Reservierung und einen Einblick ins Menü gibt es auf der Website des Restaurant One.

 

Hinweis: Das Essen im Restaurant One war Teil einer Pressereise, zu der ich vom Fremdenverkehrsbüro VVV Midden-Limburg eingeladen wurde.

 

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Kommentare  
#1 Elke 2013-08-18 16:20
Sieht schick aus und klingt ziemlich lecker! Falls ich irgendwann mal dort in der Nähe sein werde, merk' ich's mir! :-) Liebe Grüße, Elke
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