logo blog

Holländische Spuren in der Welt
im Nach Holland Blog

Eines direkt vorweg – der Begriff Niederländische Antillen stimmt gar nicht mehr so ganz. Eigentlich wurde der Verbund der wunderschönen karibischen Inseln des niederländischen Überseegebiets nämlich aufgelöst.

Bis 2010 bestand der lose Verbund aus den sechs, später fünf, Inseln Aruba (bis 1985), Bonaire, Curaçao, Sint Maarten (teilweise), Sint Eustatius und Saba. Mittlerweile sind Aruba, Curaçao und Sint Maarten autonome Länder innerhalb des Königreiches der Niederlande und die anderen Inseln haben den Status „Besondere Gemeinde der Niederlande“.

All diese politischen Zugehörigkeiten und Bezeichnungsprobleme können ganz schön verwirren, ändern aber trotz allem nichts an der einen Tatsache: Die Niederländischen Antillen sind einfach traumhaft schön. Ich zeige euch die schönsten Strände, kunterbunte Hauptstädte und eine unglaubliche Natur.

Hafenfassade Willemstad

Foto: Curacao Tourist Board

 

„Dies Quartier ist sehr angenehm, alle Piecen (Räume) wohl getrennt, eine große Kinderstube und für mich eine eigene Stube neben dem Wohnzimmer … Es liegt nur drei Häuser von dem ungepflasterten Bassinplatz, der ein herrlicher Tummelplatz für die Kinder ist … Aus meinem Fenster habe ich den Ausblick auf einen kleinen Weingarten“, schrieb der Dichter Theodor Storm 1856 in einem Brief über sein Haus in der Benkertstraße 15.

Heute wohnt wieder ein Künstler in diesem Haus, auch wenn er seine Kunst nicht mit Wörtern, sondern mit Farbe und Pinsel auslebt. Und er ist nicht der einzige Vertreter der kreativen Branche. Viele Designer und Kunsthandwerker schaffen und verkaufen schöne Dinge im Holländischen Viertel. In den vielen Touristen, die durch die Straßen schlendern, haben sie eine interessierte Kundschaft gefunden. Cafés mit einer unglaublichen Auswahl an Käsekuchen oder der leckersten heißen Schokolade der Stadt bieten Entspannung nach dem Sightseeing.

Das Holländische Viertel in Potsdam

Ohne Milch kein Käse. Und ohne Josef keine Milch. Josef ist der Held im Stall des Straetmanshof. Er ist der Hahn im Korb oder in diesem Fall der Stier unter den Kühen. Hauptsächlich Schwarzbunte gehören zu seinem „Harem“ und davon gleich 75 Stück. Josef sorgt für den Nachwuchs, denn ohne Kälber geben auch die besten Milchkühe keine Milch.

Bis zu 15 kg wiegen die goldgelben Käseräder, die direkt in der Bauernkäserei aus der Milch ihrer Kühe hergestellt werden. Produziert wird hauptsächlich Gouda, sozusagen holländischer Käse aus Deutschland. Denn der Straetmanshof liegt zwar im Grenzgebiet, aber auf deutscher Seite. Der Haus- und Hofherr Andreas Straetmans verrät mir, dass auch holländische Vorfahren im Spiel sein sollen. Ob daher seine Vorliebe für den holländischen Käse kommt?

kaeserei

Zimt wollten sie haben. Und zwar nicht nur ein bisschen, sondern richtig viel. Denn mit Zimt war im 17. Jahrhundert richtig viel Geld zu machen und diesen lukrativen Handel wollte die VOC, das niederländische Handelsunternehmen Verenigde Oost-Indische Compagnie, niemand anderem überlassen. So stand natürlich auch außer Frage, dass die VOC den Handel mit dem König von Kandy, einem wichtigen Staatsmann im damaligen Ceylon, einging.

Für das Recht auf ein Handelsmonopol mit Zimt sollte das militärisch starke Holland dem König helfen, das heutige Sri Lanka, von der Herrschaft der Portugiesen zu befreien. Dies gelang auch und innerhalb weniger Jahre waren die Portugiesen von der Insel vertrieben. Die Holländer hatten die wichtigsten Städte und Stützpunkte eingenommen, unter anderem das wichtige Galle.

Fort von Galle

Händlerseelen sind sie noch immer, die Niederländer. Aber zur Weltmacht, wie im Gouden Eeuw, dem Goldenen Zeitalter im 17. Jahrhundert, haben sie es seither nicht mehr geschafft. Damals, als sie die Weltmeere mit Hunderten Schiffen befuhren und den Gewürz- und Teehandel aus Asien und den weniger ruhmreichen Sklavenhandel zwischen Afrika und Amerika kontrollierten. Damals, als sie unzählige Stützpunkte entlang der Handelsrouten eroberten oder gründeten, um ihren Handel zu ermöglichen und ihre Vormachtstellung zu sichern.

Entlang dieser Handelsrouten sind noch viele Spuren dieser ehemaligen Weltmacht Niederlande zu finden, auch heute noch, nach immerhin beinahe 400 Jahren. Und um diese Spuren und natürlich auch die Geschichte drumherum, geht es in der neuen Kategorie im Blog „holländische Spuren“. Und damit geht es ein bisschen hinaus in die Welt, aber dem Thema Holland wird natürlich treu geblieben.

Den Anfang macht eine Stadt, deren Eroberung ganz am Anfang der VOC, der Vereenigde Oostindische Compagnie, stand – Malakka.

Blick auf St. Paul auf dem Hügel von Malakka

Diese Seite von Nach-Holland.de weiterempfehlen und teilen

Teile auf WhatsApp Teile per E-Mail Teile auf Pinterest linkedin Teile auf twitter teile auf facebook