Wer sich für Dutch Design interessiert, kennt seinen Namen ganz bestimmt. Marcel Wanders ist schon seit 25 Jahren im Geschäft und zählt zu den bekanntesten und renommiertesten Vertretern seiner Zunft.

Und das nicht nur in den Niederlanden. Seine Entwürfe haben auch den Weg in sehr bekannte internationale Museen, wie das San Francisco Museum of Modern Art und das Museum of Modern Art in New York gefunden.

Bis nach Amerika muss man aber nicht, wenn man Marcel Wanders Designerstücke sehen will. Amsterdam reicht auch schon.

wandersMarcel Wanders bei der Ausstellungseröffnung

Über 400 Stücke, die der Designer in den letzten 25 Jahren geschaffen hat, zeigt das Stedelijk Museum in Amsterdam. „Marcel Wanders: Pinned Up, 25 Years of Design“ heißt die Ausstellung, die dort am Samstag eröffnet wurde.

Nicht alles was dort zu sehen ist trifft meinen Geschmack. Zum Teil ist es mir ein bisschen zu viel, zu schnörkelig, zu kitschig. Dazwischen dann aber wieder einfache und klare Formen mit einem geradezu minimalistischen Design ohne jeglichen Firlefanz.

Kontrast findet man auch, wenn es um die Größe der Objekte geht. Die Spanne reicht vom Lippenstift, den der Designer 2010 für Cosme Decorte entwarf, bis zu riesigen Skulpturen, wie das doppelte Gesicht, das zukünftig die Eingangshalle eines luxuriösen Apartmentgebäudes in Istanbul ziert. Übrigens auch ganze Hotels, wie das 5-Sterne Hotel Andaz* an der Prinsengracht in Amsterdam, wurden von Marcel Wanders gestaltet.

Das bekannteste, von Wanders entworfene, Produkt ist der „Knotted Chair“, mit dem er 1996 seinen internationalen Durchbruch schaffte. Gleich mehrere davon gibt es in der Ausstellung zu bewundern. Der Meister selbst lässt es sich natürlich nicht nehmen, sich gerade neben diesem Stuhl den Fotografen zu stellen.

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Viel internationale Presse tummelt sich mit mir auf der Ausstellung am Tag vor der offiziellen Eröffnung. Und alle die ich spreche sind sich einig – tolle Ausstellung! Und das ganz unabhängig davon, ob Marcel Wanders Design den persönlichen Geschmack trifft oder nicht. Das Konzept und die Umsetzung der Ausstellung sind einfach sehr gelungen und schön.

Hell und weiß ist der Bereich, in dem die Arbeiten des Designers thematisch geordnet ausgestellt und analysiert werden. Ringförmig umgibt diese Zone einen intimeren und dunklen Bereich im Inneren. Mit Licht, Videokunst und Soundeffekten wird dort eine ganz besondere Atmosphäre geschaffen. Extravagante Entwürfe für besondere Räume und besondere Stücke werden hier, im wahrsten Sinne des Wortes, ins rechte Licht gesetzt. Theatralisch inszeniert und auch ein bisschen sexy.

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„Marcel Wanders: Pinned Up - 25 Years of Design” ist noch bis zum 15. Juni 2014 zu sehen. Erklärende Texte zum Designer und den einzelnen Objekten sind übrigens alle zweisprachig, sowohl auf Niederländisch als auch auf Englisch.
Die Ausstellung über Marcel Wanders ist aber nur ein kleiner Teil des Stedelijk Museums Amsterdam. In den vielen anderen Räumen gibt es noch sehr viel moderne und zeitgenössische Kunst und Design zu sehen. Bei einem Besuch sollte man deshalb unbedingt etwas Zeit mitbringen.

Das Stedelijk Museum liegt direkt am Museumspark, in einer Reihe mit dem Rijksmuseum und dem Van Gogh Museum. Einfach zu erreichen mit der Tram 2 und 5.

Öffnungszeiten: täglich von 10 bis 18 Uhr, donnerstags bis 22 Uhr

Eintritt: Erwachsene 15,- und Studenten 7,50 Euro, Kinder unter 18 Jahren gratis. Gratis auch mit der Museumskaart, I amsterdam City Card und dem Holland Pass.

 

Hinweis: Das Stedelijk Museum Amsterdam habe ich im Zuge einer Pressreise besucht, die vom Niederländischen Büro für Tourismus & Convention, Rotterdam Partners und I Amsterdam organisiert wurde.

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Kommentare  
#1 Katharina 2014-02-06 13:33
Zu dieser Ausstellung muss ich's aber mal ins Stedelijk schaffen, wenn es mit Malewitsch schon nicht geklappt hat...

LG Katharina
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#2 Jutta 2014-02-07 09:31
Toll! Da muss ich hin! Die Hände in "Delft-Blau - neu interpretiert" sind klasse : ) Übrigens bin ich auch der minimalistische Typ, aber kleine Ausreißer dürfen sein. Mein Favorit ist die "Horse Lamp". Schöner Bericht,
sonnige Grüße
Jutta
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#3 Simone Gorosics 2014-02-07 09:46
Freut mich, dass es euch so gut gefällt wie mir :-)
Und Jutta, die Hände sind Entwürfe für ein Tattoo für die Pianistin Iris Hond. Bis jetzt wurden sie aber nur mal auf ihre Hände gemalt, ob sie sich wirklich tätowieren lässt? ;-)
LG Simone
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#4 Jutta 2014-02-07 10:38
Cool! Vielleicht stellt sie lieber die Entwürfe ins Regal! Smile : )
Jutta
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