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Kunst, Kultur und Architektur
im Nach Holland Blog

Sie soll zwei Tage geweint haben, als ihr Vater ihr mitteilte, dass Sie Wilhelm III. von Oranien heiraten sollte. Sie, Maria II., war hübsch und 15 Jahre alt. Ihr Bräutigam war sehr klein, mit einer Hakennase ausgestattet, dazu 12 Jahre älter und ihr Cousin. Nicht gerade ein Traumprinz für eine 15-jährige, auch nicht im 17. Jahrhundert.

Eine schlechte Partie war er aber nicht. Paleis Het Loo, das Wilhelm III. einige Jahre nach seiner Heirat mit Maria erbauen ließ, ist noch heute ein Zeugnis für seine Stellung und seinen Reichtum. Gebaut als Sommerresidenz und Jagdschloss wurde es bis 1975 von der königlichen Familie genutzt, bevor es zu einem Museum wurde.

paleis het loo

Eine heiß begehrte Immobilie war es nicht. Ganze 132 Jahre hat es gedauert, bis sich ein Käufer für das Gebäude und die Ländereien fand. Aber eine schnelllebige Sache ist so ein Schloss ja nicht, da werden nicht die Jahre, sondern die Jahrhunderte gezählt.

Schon mehr als acht Jahrhunderte sind es bei Kasteel Huis Bergh, auch wenn es sich seit dem 13. Jahrhundert äußerlich sehr verändert hat. Von einem Wohnturm auf einer künstlichen Insel hat es sich in ein stattliches Schloss mit einem charakteristischen Turm gewandelt. Wunderschön liegt es am Rand von 's-Heerenberg, umgeben von Wasser und Bäumen und mit der deutschen Grenze regelrecht hinterm Haus.

huisbergh

„Ich werde nie erwachsen. In mir ist das kleine Kind von früher“, sagte Escher einmal. Das sagte er natürlich nicht auf Deutsch, sondern auf Niederländisch. Denn obwohl sich sein Name so deutsch anhört, war Maurits Cornelis Escher Niederländer. Besser gesagt Friese, denn er wurde 1898 in Leeuwarden im niederländischen Friesland geboren.

Seine Kunst kennt vermutlich jeder. Irgendwann ist euch ganz gewiss eine nie endende Treppe oder ein Wasserkreislauf begegnet, den es so nicht geben kann. Wahre Hirnbrecher sind seine Werke. Auf den ersten Blick so real und doch so unmöglich. Eine ganze Sammlung von Eschers Unmöglichkeiten kann man im Museum Escher in het Paleis ergründen. Untergebracht im ehemaligen Winterpalast der Königinmutter Emma in Den Haag.

escher

„Ach, der konnte ja auch malen!“ Diesen Satz hört Willi Weyers sehr oft, wenn er Besucher durch die Villa Mondriaan in Winterswijk führt, erzählt er mir. Hier, im Haus, wo Piet Mondrian seine Kinder- und Jugendjahre verbrachte, werden die frühen Werke des berühmten Künstlers gezeigt. Landschaften, Windmühlen und Bäume, die der gelegentliche Museumsbesucher mit „echter“ Kunst verbindet.

Die berühmten Mondrians, die jeder kennt, werden gerne in die Kategorie „das kann ich auch“ einsortiert. Die schwarzen Linien auf weißem Grund und Farbflächen in Rot, Blau und Gelb, scheinen so simpel. So einfach, wie das Ausmalen eines Bilderbuches. Nur ein kurzer Augenblick vor einem der Originale im Gemeentemuseum Den Haag aber genügt um zu erkennen - nichts ist weniger wahr.

mondrian

Begeisterter Wintersportler darf man nicht sein, wenn man im Woudagemaal in Lemmer arbeitet. Vom 1. Oktober bis zum 1. April ist Sturmsaison und das heißt Bereitschaft und Urlaubssperre fürs Personal. Auch wenn das Dampfschöpfwerk unter Denkmalschutz steht, bedeutet das noch lange nicht, dass es nicht mehr in Betrieb ist.

Zugegeben die tägliche Arbeit wird von den modernen elektrischen Pumpwerken in der Umgebung verrichtet. Aber wenn Not am Mann ist und der Wind das Wasser des Ijsselmeers in die Polder von Friesland treibt, wird im Woudagemaal angeheizt und die Dampfmaschinen sorgen dafür, dass die Friesen wieder trockene Füße bekommen.

woudagemaal

Mit Blumen und Früchten gefüllt war das Horn, das Amalthea dem jungen Zeus zum Spielen gab. Göttlich, wie Zeus war, machte er ein Füllhorn, ein Horn des Überflusses, daraus. Auch außerhalb der griechischen Mythologie steht das Füllhorn für Reichtum und Überfluss. Fortuna, die Göttin des Glücks, schmückt sich häufig damit.

Reichtum, Überfluss und Glück spüre ich auch, als ich in der neuen Markthalle stehe und das „Hoorn des Overvloeds“, das über mir ausgeschüttet wird, bewundere. 11.000 m2 farbenfroher Überfluss, Früchte und Blumen, überspannen mich in einem 40 m hohen Bogen. Der Künstler hätte keinen treffenderen Namen für sein Kunstwerk finden können.

Kunst in der Markthalle in Rotterdam

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