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Kunst, Kultur und Architektur
im Nach Holland Blog

Wie beschützt man ein Land, das zu 27 % unter dem Meeresspiegel liegt, vor angreifenden Truppen? – Man setzt es unter Wasser!

Zumindest in früheren Zeiten, noch vor Flugzeugen und Raketenwerfern, funktionierte diese Strategie recht gut. Landstriche, die knietief unter Wasser standen, stoppten die feindlichen Truppen mit ihren schweren Kanonen.

Kilometerlang zog sich diese Wasserlinie durchs Land. Aufgereiht, wie an einer Perlenschnur, Forts voller holländischer Soldaten, die die ausgebremsten Angreifer zurückschlagen sollten. In Utrecht, damals eine wichtige Garnisonsstadt, wurden gleich mehrere Forts gebaut. Noch heute sind sie weitgehend erhalten und teilweise auch öffentlich zugänglich.

forts utrecht waterlinie

An Gerrit Rietveld scheiden sich die Geister. Die einen rufen „Das kann ich auch“, wenn sie seinen berühmten Rot-Blauen Stuhl sehen. Die anderen kommen vom anderen Ende der Welt, nur um ehrfürchtig vor dem Rietveld-Schröder-Haus zu stehen.

Wir machen beides. Denn ganz ehrlich, wenn man den Stuhl als Vorbild hat, ist er ganz im Sinne von Rietveld wirklich sehr einfach nachzubauen. Und dennoch sind wir ehrfürchtig und schwer begeistert. Rietveld hatte kein Vorbild. Zu seiner Zeit war sein Können etwas unglaublich Innovatives und Neues. Und noch heute wirken Gebäude und Möbel unglaublich modern und zeitlos.

rietveld schröder haus in utrecht

„Schön“ ist nicht das erste Wort, was mir unterwegs in Eindhoven in den Sinn kommt. Schön im üblichen Sinne ist Eindhoven schlichtweg nicht. Die modernere Stadtarchitektur des Mailänder Architekten Fuksas gleich beim Bahnhof macht schnell Platz für die klotzigen Bauten aus den 60er und 70er Jahren. Charme fehlt dieser Architektur komplett.

Aber wie so oft lohnt ein zweiter Blick. Dann entdeckt man die hübschen Straßen mit den kleinen Boutiquen und Läden. Die besonderen Ecken und Plätze mit den Cafés und den bunten Tischen vor der Tür. Und wenn man einmal anfängt Türen zu öffnen, taucht sie auf - die innovative und überraschende Stadt des Dutch Design.

eindhoven

Bunt gemischtes Volk flaniert durch die Gänge der Van Nelle Fabrik. Galeristen in seriös wirkendem Business-Outfit und die etwas Extravaganten, die den Kunstwerken an der Wand ähneln. Junge Kunststudenten sind in Gruppen unterwegs und dazwischen bewegen sich die mehr oder weniger kunstbeflissenen „Normalos“.

Es ist Art Week in Rotterdam. Sonst verschlossene Türen öffnen sich und bisher verborgene Räume bieten in diesen Tagen Platz für Kunst, Design und ihre Bewunderer. Das Industriedenkmal Van Nelle Fabrik und der 50er-Jahre Passagierdampfer SS Rotterdam sind dabei nicht nur Dekor für die Ausstellungsstücke, sondern Teil eines Gesamtkunstwerks.

art rotterdam

Nur für den Sommer wurde dieser Landsitz im 17. Jahrhundert gebaut. Ursprünglich in viel bescheideneren Ausmaßen und umgeben von nichts als Natur. Statthalter, Kronprinzen und Eroberer kamen und gingen als zeitliche Bewohner von Paleis Soestdijk. Erst mit Königin Juliana und Prinz Bernhard bekam das Schloss dauerhafte Bewohner.

Für unseren Ausflug zum Schloss werden wir standesgemäß abgeholt und chauffiert. Keine von Pferden gezogene Kutsche fährt vor, sondern ein von einem Dieselmotor angetriebenes Tuk-Tuk. Die warmen Decken über den Beinen passen dann aber wieder ganz gut zum Kutschen-Feeling und der Spaß dabei sowieso.

paleis soestdijk

Keine Ahnung, ob es an meinem Alter liegt. Vielleicht ist es auch eine Berufskrankheit. Aber historische Gemäuer ziehen mich immer magisch an. Wenn es darin auch noch etwas zu entdecken gibt, bin ich kaum noch zu bremsen.

Im Eynderhoof gibt es das alles. Das wunderbare Freilichtmuseum in Limburg mit seinen vielen Handwerken bringt einen zurück in vergangene Zeiten. Ein ganzes historisches Dorf voller nostalgischer Kindheitserinnerungen, reale und erträumte. Erinnerungen an ein harmonisches Dorfsleben à la Bullerbü, in dem die Zeit für ewig stillzustehen scheint.

eynderhoof nederweert

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