Keinem Besucher Rotterdams entgeht der momentane Wandel der Stadt. Wenn man mit dem Auto über die Van Brienenoordbrücke Richtung Rotterdam fährt, übrigens die schönste Ankunftsroute, sieht man schon die neue Skyline mit den vielen Hochhäusern. Die Baukräne, die man noch überall dazwischen erkennt, zeigen, dass das neue Gesicht Rotterdams noch nicht fertig ist.

Auch bei der Ankunft mit dem Zug steht man gleich in einer Großbaustelle, denn Rotterdam bekommt auch einen neuen Bahnhof. Dieser soll, nach 7-jähriger Bauzeit, 2014 fertiggestellt werden. Entworfen wurde er von einem Team bestehend aus den niederländischen Architektur- bzw. Städtebaubüros Benthem Crouwel, Meyer en Van Schooten und West 8.

Anfahrt Rotterdam

Die Neubauprojekte in der Stadt gehen zurück auf Stadtentwicklungspläne mit schönen Namen wie „Rotterdam, Gateway to Europe“, die in den 90er Jahren bis ca. 2007, also noch vor der Finanzkrise, aufgestellt wurden. Durch die Erweiterungen der Hafengebiete, die näher an der Nordsee liegen, kamen immer mehr innerstädtische Hafenanlagen brachzuliegen. Auf diesen ehemaligen Industriegebieten in attraktiver Innenstadtlage an der Maas, entstanden in den letzten Jahren viele neue Wohn- und Dienstleistungsbauten und es kommen immer noch Neue hinzu.

Den Anfang machte ab 1993 das Gebiet Kop van Zuid am Südufer der Maas, das mit dem Bau der Erasmusbrücke im Jahr 1996 ans Stadtzentrum angeschlossen wurde. Ein Teil dieses Stadterneuerungsprojekts ist der Ausbau des Wilhelminapiers, eine Halbinsel, die ab dem späten 19. Jahrhundert als Abfahrtsort der Schiffe der Holland-Amerika-Lijn diente. Das 1901 bis 1917 gebaute Hauptgebäude der Reederei steht heute immer noch am Kopf des Piers, inzwischen umrahmt durch allerlei Hochhäuser. Das unter Denkmalschutz stehende Gebäude ist jetzt ein Hotel und die Außenterrasse ist ein beliebter Platz für einen Nachmittagskaffee mit Aussicht auf die vorbeifahrenden Schiffe. Auch das Abfahrts- und Ankunftsgebäude, den Cruise Terminal Rotterdam, gibt es noch. Die Räume werden seit 1970 hauptsächlich als Brasserie und für Veranstaltungen genutzt, aber seit 2007 legen auch wieder Kreuzfahrtschiffe am Terminal an. Einige größere Backsteingebäude, die früher als Lagerhallen genutzt wurden, sind inzwischen restauriert und zu Wohn- und Bürogebäuden umgebaut worden. Und das ehemalige Werkstattgebäude, jetzt unter dem Namen Las Palmas bekannt, beherbergt unter anderem das Fotomuseum.

wilhelminapier2Zwischen den bestehenden Gebäuden wurden einige Wohn- und Bürotürme, geplant von renommierten Architekten, realisiert. Den Anfang machte 1998 Renzo Piano mit dem KPN-Gebäude, gleich neben der Erasmusbrücke. Danach folgte das neue Luxor Theater von Bolles + Wilson, das World Port Center von Sir Norman Foster, das Wohn- und Bürohochhaus Montevideo von Mecanoo und das 158 m hohe New Orleans von Álvaro Siza. Das Hochhaus mit dem Namen De Rotterdam von Rotterdams Stararchitekt Rem Koolhaas wird gerade gebaut und soll Ende 2013 fertiggestellt werden.

Das höchste Gebäude mit knapp 165 m steht seit 2009 auch im Gebiet Kop van Zuid, genauer im Scheepvaartkwartier, gleich neben dem Wilhelminapier. Entworfen wurde der Maastoren, wie der Büroturm heißt, durch das Architektenbüro Odile Decq Benoit Cornette aus Paris. Aber nicht nur am Kop van Zuid, in der ganzen Innenstadt, sind inzwischen neue Hochhäuser zu finden. Im Moment gibt es 17 Gebäude, die höher als 100 m sind und eigentlich schon als Wolkenkratzer bezeichnet werden können. Alle haben sie schöne Namen wie zum Beispiel Milleniumtoren , da er im Jahre 2000 fertiggestellt wurde oder Red Appel, wegen seiner roten Fassade.

 

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