“Bei keiner anderen Erfindung ist das Nützliche mit dem Angenehmen so innig verbunden, wie beim Fahrrad”, soll Adam Opel einst gesagt haben. Schon bemerkenswert für jemanden, der der Automarke Opel seinen Namen gab.

Wie recht er hat, merke ich immer wieder, wenn ich mit meinem Fahrrad im Grünen unterwegs bin, wo man mit dem Auto nie hinkäme. Wenn mir der Duft des blühenden Raps in die Nase weht und ich die warmen Sonnenstrahlen auf meinen Armen spüre. 

So wie heute. Die Sonne lacht vom Himmel und es grünt und blüht ringsum. Dordrecht haben wir uns als Ziel für unsere sonntägliche Radtour ausgesucht und die schönste Strecke dorthin, ist die am Fluss, der Oude Maas, entlang.   

radtour dordrechtWunderschönes Dordrecht

Um zur „alten Maas“ zu kommen, müssen wir erst einmal die Neue überqueren. Oder besser gesagt unterqueren, denn wir nehmen den Fahrradtunnel, der beim Euromast unter dem Fluss hindurchführt. Ich mag den Tunnel. Vor allem die alten hölzernen Rolltreppen, mit denen es zum Tunnel hinuntergeht, haben es mir angetan. Angst, um mit einem Fahrrad Rolltreppe zu fahren, braucht man nicht zu haben. Den Dreh hat man schnell raus. Einfach das Vorderrad quer stellen und schon kann nichts mehr passieren. Aber einen Aufzug gibt es auch, falls man es doch etwas bequemer haben möchte.

 

Mit einem kleinen Umweg durch die Hafenanlagen im Süden von Rotterdam radeln wir über Rhoon bis zum „Oude Maaspad“. Hier hätte es auch Grünflächen für ein Picknick und auch ein Café, falls man schon eine Stärkung braucht, aber wir wollen lieber mehr Zeit in Dordrecht verbringen und radeln deshalb gleich weiter.

Jetzt geht es am Fluss entlang, zumindest theoretisch, denn das erste Stück fahren wir noch durch Wald, der uns die Sicht auf die Oude Maas versperrt. Kurz darauf haben wir aber freie Sicht auf das Wasser und die großen Flussschiffe, die auf dem Weg zum Rotterdamer Hafen sind, um neue Fracht aufzuladen.
Immer wieder kommen wir an Picknickplätzen und Liegewiesen vorbei und manchmal wird auch etwas mehr geboten, als nur grüne Wiese.
Südlich von Barendrecht begegnen wir sogar einem Mini-Zug, der nicht nur Kinder, sondern auch einige Erwachsene befördert. 950 m lang ist die Gleisanlage inklusive Bahnhof, Tunnel, Brücke und sogar Gleisübergängen am Fahrradweg. Für 1,- Euro darf man Platz nehmen und eine Runde mitfahren.

Mit den hölzernen Rolltreppen geht es vom Fahrradtunnel wieder hinaufMit den hölzernen Rolltreppen geht es vom Fahrradtunnel wieder hinauf

Frachtschiffe auf der Oude MaasFrachtschiffe auf der Oude Maas

Kinder-ZugBitte Platz nehmen!

Nach rund 38 km erreichen wir Dordrecht. Über eine große Brücke geht es hinein in die Stadt, die auf den ersten Blick noch nichts von ihrer Schönheit preisgibt. Genau genommen nicht einmal auf den zweiten Blick. Wir entdecken zwar schon einige schöne Ecken, als wir unser Fahrrad beim Rathaus abstellen, aber erst bei einem größeren Rundgang durch die Stadt entdecken wir, wie wunderschön Dordrecht doch ist.

Die Stadt hat eine sehr lange Geschichte, schon 1220 erhielt sie ihre Stadtrechte und war lange Zeit ein sehr wichtiges Handelszentrum in Holland. Wein, Holz und Getreide wurden hauptsächlich in Dordrecht verhandelt, den Wijnhaven gibt es noch heute. Inzwischen liegen dort aber keine Lastkähne, sondern hauptsächlich größere und kleinere Motor- und Segelyachten vor Anker.

Über 900 Gebäude in Dordrecht stehen unter Denkmalschutz, darunter viele Kaufmannshäuser aus dem Mittelalter. Rund 50 Häuser mit einer besonders gemauerten Fassade gibt es in der Stadt. Diese wurde im 16. Jahrhundert extra entwickelt, damit die Maurermeister ihre Fertigkeiten unter Beweis stellen konnten. Der „Dordtse gevel“ war sozusagen das Meisterstück der Maurer.

 

Nach unserem Stadtrundgang und einer kurzen Einkehr in einem der Straßencafés schnappen wir uns wieder unser Fahrrad und machen uns auf Richtung Merwekade. Wir haben uns nämlich entschlossen nicht mit dem Fahrrad zurückzufahren, sondern mit dem Wasserbus.
Eigentlich wussten wir das schon vorher, denn das Schöne an einer Radtour nach Dordrecht, ist die Möglichkeit mit dem Schiff nach Rotterdam zurück zu fahren. Und das sollte man sich auf keinen Fall nehmen lassen, denn es gibt kaum eine schönere Art nach Rotterdam rein zu fahren, als auf dem Wasser. 

Fassaden in DordrechtSchöne Fassaden gibt es überall in Dordrecht

Waterbus von Dordrecht nach RotterdamWaterbus von Dordrecht nach Rotterdam

 


Reiseinfos zur Radtour Rotterdam - Dordrecht:

Karte Radtour Rotterdam - DordrechtRadtour:  Rotterdam – Dordrecht – Rotterdam; einfache Strecke 38 km; Fahrzeit ca. 2,5 Stunden; auch für Ungeübte leicht zu bewältigen; Rückfahrt mit dem Wasserbus
Fahrrad mieten in Rotterdam: Fahrräder können täglich beim Fahrradverleih am Hauptbahnhof (in der unterirdischen Fahrradgarage) für 8,- Euro am Tag gemietet werden. Zusätzlich müssen 50,- Euro Kaution hinterlegt werden. Auch Kindersitze und E-Bikes sind erhältlich.
Öffnungszeiten von sehr früh morgens bis sehr spät in der Nacht.
Start- und Endpunkt Radtour: Rotterdam bei der Erasmusbrücke, Knotenpunkt 17
knotenpunkte rotterdam dordrechtKnotenpunkte Route: 17 – 58 (Tunnel) – 13 – 57 – 38 – 8 – 7 –  2 – 1  - 25 – 27 – 28 – 29 – 91 – 90 – 48 – 49 – 88 – Dordrecht Zentrum -  87 (Abfahrt Waterbus) – zurück zu 17
Waterbus (Wasserbus): Abfahrt am Wochenende zwischen 6 und 18.30 Uhr mind. 1x in der Stunde, werktags öfters ; Fahrzeit 1 Stunde.
Fahrpreis: 6,- Euro für Erwachsene und 4,- Euro für Kinder von 4 bis 11 Jahren und Senioren ab 65 Jahren; Tickets gibt es auf dem Boot. Mit OV-Chipkaart etwas günstiger. Fahrräder können gratis mitgenommen werden.

 

 

Radroute nach DordrechtMit solchen Wegweisern kann nichts schief gehen

Dordrecht GrachtIdylle pur hinter der Kirche von Dordrecht

dordrecht hafenHistorische Schiffe in einem der vielen Häfen in Dordrecht

Dordrecht cafeNoch einen Kaffee zum abschied von Dordrecht

Bootsfahrt zurück nach RotterdamBootsfahrt zurück nach Rotterdam

 Aussicht auf RotterdamSpektakuläre Einfahrt nach Rotterdam

 

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Kommentare  
#1 Stefanie 2015-07-28 20:47
Super schöner Artikel, bekomme direkt Lust auf die Tour und werde sie unbedingt ausprobieren, wenn ich das nächste Mal in Rotterdam bin. Gut zu wissen, dass das Fahrrad-Mieten dort gar nicht so teuer ist. Danke und LG, Stefanie
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#2 Sven 2015-07-29 14:41
Ich war Anfang Juni dieses Jahres in Dordrecht. Erst entpuppte sich das als "na ja" schauen wir mal. Als da ich da war, hat es mich nicht mehr losgelassen.

Wenn eine Stadt zum Wohnen und Arbeiten, dann Dordrecht (für mich).

Es sei aber dennoch gesagt, dass die Fahrradmieten (nichts elektisches) auch meistens noch eine Kaution von 50 Euro in bar bedeuten, zumindest so war das in Maastricht (als ich letzten Freitag dort war) und von Eindhoven und Venlo habe ich das auch gelesen.
Das E-Bike hat meist eine Kaution von 100 Euro zur Folge.
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#3 Simone 2015-07-29 16:12
Danke Sven für den Hinweis mit der Kaution. Da schau ich gleich nochmals nach und ergänze die Info.
Gruß Simone
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#4 Daniela 2015-08-05 09:57
Da hatte Adam Opel auf jeden Fall Recht, finde ich. Fahrrad fahren ist wunderbar entspannend. Und Dordrecht ist wunderschön. Es ist zwar schon ein paar Jahre her, dass ich da war, aber ich hab es nur in guter Erinnerung behalten.
Beste Grüße aus Matrei am Brenner
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