Der Artikel über den Wietpas hier im Blog steht in der Gunst der Leser immer noch weit oben, es interessiert also. Und nachdem die zukünftige niederländische Regierung (vereidigt ist sie nämlich noch nicht), ihren Koalitionsvertrag veröffentlicht hat, kursieren allerlei Un- bzw. Halbwahrheiten in den Medien über die Regelungen betreffend der Coffeeshops. Ein kleines Update ist darum mal angebracht.23-souvenir 

Ab 1.Januar sollte der Wietpas eigentlich landesweit eingeführt werden. Bis jetzt gibt es den nur in den südlichen Grenzprovinzen. Laut dem Koalitionsvertrag wird der Wietpas jetzt aber wieder abgeschafft bzw. gar nicht erst eingeführt. Auch unter den Niederländern hat sich der Wietpas nämlich nicht durchgesetzt, da sich sehr Viele verständlicherweise nicht als Drogengebraucher registrieren lassen wollten. Das Ergebnis war ein enormer Anstieg des Straßenhandels.

Die Regierung hält aber weiterhin an ihrem Ziel fest, den Drogentourismus und die organisierte Drogenkriminalität zu bekämpfen. Warum dies in einem Zuge genannt wird, erschließt sich mir nicht unbedingt, aber gut. Das bedeutet aber, dass auch weiterhin Touristen der Zugang zu Coffeeshops verwehrt bleiben soll. Nur Einwohner der Niederlande, ob Niederländer oder Ausländer, sollen in einem Coffeeshop einkaufen bzw. rauchen dürfen. Der Wohnsitz in den Niederlanden soll mit einer Bescheinigung des Einwohnermeldeamts nachgewiesen werden.

Wie das umgesetzt bzw. kontrolliert werden soll und auch wann, ist ziemlich vage umschrieben. Im Koalitionsvertrag wird von „in Rücksprache mit den betroffenen Gemeinden und falls nötig in schrittweiser Durchführung“ und von „lokaler Maßarbeit“ geredet.

Was so viel heißt wie, man weiß es auch noch nicht oder schau’n wir mal. Man darf also immer noch gespannt sein!

 

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Kommentare  
#1 Kein Wietpas 2012-11-14 17:49
Immer mehr Gemeinden teilen aber mit, dass sie die "lokalen Anpassungen" so nutzen wollen, dass sich eben nichts ändert (also Ausländer sind willkommen)
In den Städten, in denen Ausländer ausgeschlossen sind (und momentan noch den alten Wietpas haben) sieht man ja, was man von so einer Politik hat: Massiv angestiegende Strassenkriminalität, mehr Verhaftungen, mehr "Overlast"-Meldungen. Dass die neue Regelung juristisch nicht haltbar ist, sollte auch sicher sein. Die Coffeeshops sind ja dann kein geschlossener Club mehr, was einen Ausschluss vom fremden nicht zulässt.
Wer sich für das Thema interessiert sollte mal mein Blog besuchen, dass sich aussschlisslich mit dem Wietpas befasst: keinwietpas.de
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#2 Simone 2012-11-17 11:56
Danke, für deinen Kommentar.
Bis jetzt weiß man einfach noch nicht, was genau und wie die Regierung, das umsetzten will. Die Formulierung im Koalitionsvertrag ist äußerst schwammig.
Und dass die Bürgermeister der großen Touristenstädte, ganz vorne natürlich Amsterdam, kein Interesse an einer Beschränkung haben, ist ganz klar.
Rechtlich steht die ganze Drogenpolitik sowieso auf wackligen Beinen. Coffeeshops zulassen, aber den Anbau für die verkauften Produkte verbieten, ist eigentlich schon sehr dubios.
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