Noch nicht einmal 100 Jahre ist es her, da war an dieser Stelle die Zuiderzee. Das Wasser war salzig und der Strand ein echter Meeresstrand. Die Polder der Provinz Flevoland, die auf Sichtweite am anderen Ufer liegen, gab es noch nicht. Nur Wasser bis hin zur Nordsee.  Statt Surfer und Segler tummelten sich hier Fischer, die mit ihren Plattbodenschiffen hinausfuhren, um Hering und Aal zu fangen.

Von harter Arbeit, wie der eines Fischers, wollen die meisten Leute heute nichts wissen. Das Thermometer hat die 30 Grad bereits hinter sich gelassen, chillen ist deshalb die oberste Devise. Auswahl zur Umsetzung des Vorhabens gibt es genug. Der Sandstrand, die Strandbar Walhalla oder eine der vielen Restaurant-Terrassen am Strandboulevard von Harderwijk.

harderwijk strandDer Stadtstrand von Harderwijk ist gut besucht an diesem heißen Tag

Auch wir genießen die Aussicht, während wir uns mit einem Sandwich stärken. Wir haben uns auf die Terrasse von Hotel Monopole gesetzt, in dem wir auch die Nacht verbringen werden. Die Lage könnte nicht besser sein, ganz am Ende des Boulevards mit direkter Sicht aufs Wasser und den Stadtstrand.

De Randmeren nennen sich die 14 miteinander verbundenen Seen, die sich wie eine Perlenschnur aneinanderreihen. Das Seengebiet trennt die Provinzen Gelderland und Flevoland und ist ein Wassersportgebiet par excellence.  Das Wasser ist nicht tief, stehen kann man beinahe überall. Ideal für Anfänger, die hier das Segeln oder Surfen lernen und auch für Familien mit Kindern, die man hier beruhigt im Wasser spielen lassen kann.

 

Hansestadt Harderwijk

Bevor wir uns das mit dem Wassersport aus nächster Nähe anschauen, wollen wir aber erst die Stadt erkunden. Harderwijk hat nämlich einiges zu bieten. Groß ist die Stadt zwar nicht, aber dafür hat sie schon eine ziemlich lange Geschichte. Bereits im Jahr 1231 bekam sie die Stadtrechte verliehen und war somit die erste Stadt der Veluwe. Durch die Lage direkt an der Zuiderzee und dem Zutritt zur Hanse entwickelte sich Harderwijk zu einer wichtigen Handelsstadt. Von hier aus transportierten Segelschiffe Wolle, Häute, Hering und Holz zu den Hansestädten an der Ostsee.

 

Den Ruf einer wichtigen Handelsstadt hat Harderwijk schon längst eingebüßt. Einige markante Gebäude sind dennoch geblieben und verleihen dem Städtchen einen besonderen Charme. Wir lassen uns dann auch einfach durch die Straßen und Gassen treiben. Entdecken den alten Hafen mit der großen Windmühle und einige historische Gebäude mit schmucken Fassaden.

Direkt am Boulevard stehen noch Reste der Stadtmauer und das markante Stadttor aus dem 14. Jahrhundert, das Vischpoort. Am dahinterliegenden Platz, dem Vischmarkt, gibt es nicht nur einen schönen Brunnen, sondern auch einige kulinarische Perlen. Hinter historischen Fassaden wird hier so manche Köstlichkeit für die Gäste zubereitet. Dass darunter gleich zwei erstklassige Feinschmecker-Restaurants, das Basiliek mit einem und das 't Nonnetje mit sogar zwei Michelinsternen, zu finden sind, verdankt Harderwijk auch den Beinamen kulinarische Hansestadt.

harderwijk vissershavenIm historischen Vissershaven starten auch Rundfahrten mit einem historischen Salonboot

harderwijk stadtmauerEin idyllisches Plätzchen an der alten Stadtmauer

harderwijk vischpoortDirekt am Boulevard das markante Stadttor Vischpoort...

harderwijk vischmarkt... mit dahinter dem Vischmarkt

 

Geschichte und Kunst

Zum Essen ist es noch viel zu früh, darum gehen wir jetzt erst einmal auf Museumsbesuch. Mitten in der Fußgängerzone finden wir das Stadtmuseum, das in einem monumentalen Herrenhaus untergebracht ist. Etwas typisch für ein kleines Stadtmuseum finden wir die unterschiedlichsten Exponate vor. Zum einen Geschichtliches zur Stadt und über das Leben als Fischer in der Zuiderzee. Zum anderen Wechselausstellungen mit grafischer Kunst und mit teils übergroßen farbenfrohen Figuren.

Das Museum ist ganz nett, aber nicht unbedingt ein Muss. Das Erdgeschoss mit einem Ausstellungsraum und einem Café mit einem netten Innenhof ist jedoch gratis zugänglich und deshalb auch prima für einen kurzen Besuch geeignet.

Das neue Pendant, das Marius van Dokkum Museum, kann ich euch aber wirklich wärmstens empfehlen. Die Kunstwerke von Marius van Dokkum habe ich zum ersten Mal in einer Galerie in Ootmarsum entdeckt und auch auf Postkarten sind seine Bilder häufig zu finden. Van Dokkum malt sehr realistisch, viele seiner Gemälde enthalten etwas Gesellschaftskritik und sehr viel Humor. Seine Bilder machen einfach Spaß, egal ob man Kunst mag oder nicht.

harderwijk stadsmuseumIm Café des Stadtmuseums überrascht ein übergroßer Astronaut

harderwijk, marius van dokkum museumMarius van Dokkum hält den Betrachtern seiner Kunst auch gerne mal den Spiegel vor

 

Radtour zum Strandparc Nulde

Nach so viel Sightseeing in der Stadt wollen wir jetzt noch etwas von der Umgebung sehen. Wir haben uns den Strandparc Nulde als Ziel ausgesucht. Zum einen führt der Radweg dorthin immer am Wasser entlang, zum anderen gibt es dort ein Restaurant mit Aussicht auf den See.

Mit den Miet-Fahrrädern vom Hotel machen wir uns auf den Weg. Bäume spenden angenehmen Schatten und der Fahrtwind sorgt zumindest für etwas Abkühlung bei der heutigen Hitze. Immer wieder haben wir Ausblicke aufs Wasser und in kleinen Buchten haben einige Leute ihre Picknick-Decken im Sand ausgebreitet.

Nachdem wir das Stadtgebiet hinter uns gelassen haben, bekommen wir die Autobahn als Begleiter. Tragisch ist das aber nicht, da eigentlich immer eine dichte Grünzone zwischen uns und den Autos liegt. Auf der anderen Seite des Radwegs immer noch das Wasser, inzwischen mit einigen größeren Strandabschnitten versehen. Der Strand Horst ist einer davon, er ist vor allem bei Surfern und Kitesurfern äußerst beliebt. Die großen Parkplätze bieten auch genug Platz für die Camper, mit denen die Surfer gerne unterwegs sind, übernachten darf man an dieser Stelle aber nicht.

 

Am Strandparc Nulde dagegen befindet sich auch ein großer Campingplatz. Als wir dort ankommen, checkt gerade eine deutsche Familie mit ihrem Wohnwagen dort ein. Überhaupt entdecken wir einige deutsche Kennzeichen auf dem Platz, viele gehören schon seit Jahren zu den Stammgästen erzählt uns der Betreiber.

Obwohl wir jetzt nicht zur Camper-Fraktion gehören, macht der Platz einen sehr guten Eindruck auf uns. Viele haben sogar ihr eigenes Motor- oder Segelboot dabei und ihr Wohnwagen steht nur wenige Meter von Boot und Strand entfernt. In einem durch etwas Grün abgetrennten Bereich nebenan, wird gerade an einer Erweiterung gebaut mit nagelneuen und modernen Chalets. Im nächsten Jahr können diese dann gemietet werden und sind dann auch für Nicht-Camper wie uns eine interessante Option.

Uns treibt es jetzt aber auf die Terrasse des Restaurants. Uns dürstet es nach einem gut gekühlten Bier und der Magen knurrt inzwischen auch etwas. Wer gegrilltes Fleisch aus dem Green Egg mag, ist hier im Restaurant SES goldrichtig. Uns hat die Spezialität des Hauses äußerst gut geschmeckt, aber auch wer lieber auf Fleisch verzichtet oder Fisch bevorzugt, kommt auf seine Kosten.

Auf einen goldenen Sonnenuntergang müssen wir dagegen leider verzichten. Der Himmel hat sich ordentlich zugezogen und wir machen uns lieber auf den Rückweg, bevor eventuell doch noch ein Gewitter aufkommt. Den Absacker gibt es dann auf unserer Hotel-Terrasse, bevor wir zufrieden in unser Bett kriechen. Morgen müssen wir fit sein, Wassersport ist angesagt.

harderwijk strandparc nuldeCampen in perfekter Lage

harderwijk bungalows strandparc nuldeAuch bei den Bungalows, die gerade gebaut werden, ist das Wasser nie weit

harderwijk strandparc nulde restaurant sesFeines Rindersteak aus dem Green Egg Grill - lecker! 

  

Reiseinfos zu Harderwijk

Harderwijk liegt zwischen Amersfoort und Zwolle, am Rad der Veluwe. Die Stadt ist sehr einfach mit dem Auto über die A 28 oder auch mit dem Zug erreichbar. Aufgrund der Hauptattraktion der Stadt, dem Dolfinarium, kommen viele Besucher und es gibt ein entsprechend großes Angebot für Touristen.

Der Bahnhof liegt etwas außerhalb des Zentrums, aber mit dem Bus Richtung Dolfinarium kommt man einfach in die Altstadt und zum Boulevard.

Wer mit dem Auto anreist, muss sich auf eine etwas gewöhnungsbedürftige Verkehrsführung einstellen, aber auch hier helfen die Wegweiser Richtung Dolfinarium den Weg ins Zentrum zu finden. Parkplätze gibt es genug, jedoch sind einige große Parkplätze auf eine Parkzeit von 3 Stunden begrenzt. Empfehlen kann ich euch das Parkhaus Houtwalgarage, direkt am Rand der Altstadt.

 

Stadsmuseum Harderwijk

Donkerstraat 4, Harderwijk

Öffnungszeiten: Dienstag bis Sonntag 10 - 17 Uhr, sonntags erst ab 12 Uhr
Eintritt: Erwachsene 7,50 Euro, Jugendliche (13 - 18 Jahre) 4,- Euro 

 

Marius van Dokkum Museum

Akademiestraat 7, Harderwijk

Öffnungszeiten: Dienstag bis Sonntag 10 - 17 Uhr, sonntags erst ab 12 Uhr
Eintritt: Erwachsene 7,50 Euro, Jugendliche (13 - 18 Jahre) 4,- Euro

 

Hotel Monopole

Buiten de Bruggepoort 2, Harderwijk

Familienhotel mit sehr nettem und hilfsbereitem Personal. Teilweise haben die Zimmer Airco und eine wunderbare Aussicht aufs Wasser. Es gibt auch einen hoteleigenen Parkplatz für Übernachtungsgäste, die Anfahrt ist nur über den Boulevard möglich. In der Sommersaison braucht man einen Zugangscode, um den Boulevard befahren zu können, unbedingt vorab im Hotel anfragen.

 

Strandparc Nulde mit Restaurant SES

Strandboulevard 27, Putten

Campingplatz (Bungalowpark im Anbau) direkt am Wasser. Restaurant SES mit großer Terrasse und Blick auf Spielplatz und See.

 

harderwijk veluviaHarderwijk bietet viel - historisches Gemäuer,...

harderwijk shoppingVintage-Shopping...

harderwijk viswinkel... und kulinarische Spezialitäten 

Hinweis: Der Kurztrip nach Harderwijk wurde unterstützt von Euregio und Visit Veluwe. Herzlichen Dank für die Einladung.

 

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