Gelb ist er, kanariengelb. Auf den ersten Blick sieht er aus, wie ein ganz normaler Bus. Auf den zweiten Blick wundert man sich über den extrem hohen Einstieg in dieses Gefährt.

Als es Zeit wird für die Abfahrt, wird die Treppe ausgefahren, mit der wir in den Bus klettern. Spätestens beim Anblick der beiden Herren, die in ihrem Kapitäns-Outfit zur Begrüßung bereitstehen, wird deutlich – das ist keine normale Stadtrundfahrt.

splashKnallgelb und definitiv auffallend - der Splashbus

Der rot-weiße Rettungsring, der vor meinen Knien baumelt, wirkt etwas deplatziert. Die Straßen von Rotterdam, durch die uns Henk Schuijl chauffiert, lassen keine Ertrinkungsgefahr erkennen. Auf dem Weg nach Katendrecht fahren wir zwar unter der Maas durch ans andere Ufer, aber der Maastunnel ist staubtrocken.

„Das wird zu einem Freizeitpark für Kinder umgebaut“, weiß Ger Bakker zu berichten, als wir am Komplex der ehemaligen Müllverbrennung vorbeifahren. Ein Projekt des Unternehmers Hennie van der Most, der auch hinter Wunderland Kalkar steht. Dass der Stadtteil Katendrecht inzwischen ein normales Wohnviertel geworden ist und nicht mehr von Horden Seeleuten besucht wird, die dort bei zahlreichen käuflichen Damen ihre Heuer ließen, ist eine weitere Anekdote, die Ger bei der Fahrt zum Besten gibt. Er macht dies übrigens auf Niederländisch und Englisch, gewürzt mit einer ordentlichen Dosis trockenen Humors.

splash02Und los geht's, der Splashbus ist bereit

splashtoursDer Kapitän fährt und Matrose Ger begrüßt die Gäste

Informationen auf Deutsch gibt es in Form von Untertiteln auf den beiden Bildschirmen im Bus, die ab und zu Wissenswertes einblenden. Wenn man aber nicht gerade direkt hinter den Bildschirmen sitzt, braucht man schon sehr gute Augen, um die Untertitel lesen zu können. Aber die Bildschirme scheinen sowieso niemanden zu interessieren. Auch die österreichische Familie neben mir schaut gebannt aus dem Fenster und nicht auf die deutschen Untertitel.

Mit ein paar Späßen heizt Ger Bakker die Stimmung im Bus an und bereitet uns auf den großen Moment vor. Und da taucht auch schon das Straßenschild auf, das wohl ziemlich einzigartig ist und nur bestimmten Fahrzeugen die Durchfahrt erlaubt.

Der Asphalt endet und das Wasser beginnt. Noch einmal Hupen, um die Nilgänse zu vertreiben und dann kommt er. Der Moment, der der Tour seinen Namen gab – der Splash!

splash08Mit dem Splashbus darf man hier weiter

splash06

splash07... und SPLASH!

Der 462-PS-Volvo-Motor, der uns gerade noch durch die Straßen von Rotterdam gefahren hat, treibt jetzt zwei apart regelbare Wasserstrahlantriebe an und sorgt für ein Vorwärtskommen im Wasser. Nicht so schnell, wie ein Jetboot, aber genauso wendig gleiten wir durchs Wasser.

Die Wasseroberfläche liegt nur etwas unterhalb der unteren Fensterkante. Wenn wir ein größeres Schiff passieren, spritzt das Wasser nur so nach oben. Der Splashbus liegt trotzdem erstaunlich ruhig im Wasser, mit Seekrankheit hat niemand zu kämpfen.

Auf dem Wasser geht es Richtung Wilhelminapier mit Blick auf das Hotel New York und die Hochhäuser, die die neue Skyline von Rotterdam bilden. Wir wechseln die Flussseite und werden mit einer spektakulären Aussicht auf die Erasmusbrücke belohnt.

Es geht weiter flussabwärts, das Rundfahrtschiff von Spido kreuzt unseren Weg und vom Deck der SS Rotterdam werfen die Menschen neugierige Blicke auf unseren kanariengelben Amphibienbus.

splashtoursIm Bus übers Wasser - hat was!

splashtours, aussicht rotterdamMitten auf dem Fluss hat man eine perfekte Aussicht auf die Skyline von Rotterdam

splashtours rotterdamAussicht auf den ehemaligen Passagierdampfer SS Rotterdam

Wie eine Amphibie wechselt der Bus kurz danach von einem Wasser- zu einem Landfahrzeug. Sobald die Reifen wieder festen Grund unter sich haben, schaltet der Motor um und die Pferdestärken werden wieder auf die Räder übertragen.

Auf dem Weg zurück zu unserem Ausgangspunkt, passieren wir am Rande des Euromast-Parks die norwegische Seemannskirche, die damals den Seeleuten aus Norwegen eine Alternative zum Besuch des Rotlichtviertels in Katendrecht bieten sollte. „Was für eine Wahl“, kommentiert Ger Bakker die Idee der norwegischen Kirche ironisch und macht damit deutlich, welche Wahl die Seeleute wohl getroffen haben. Wenn es damals schon eine Splashtour gegeben hätte, wären sie vielleicht zumindest für die Stunde Fahrzeit dem Rotlichtviertel fern geblieben.

 

splash09Der Antrieb des Splashbusses

Infos

Abfahrt: Parkhaven 9, Rotterdam gegenüber dem Euromast

Preise: 26,50 Euro für Erwachsene und 18,- Euro für Kinder unter 12 Jahren.
Bei Online-Buchung bekommt ihr hier 10 % Rabatt.
Im 2. Schritt wird der Rabatt verrechnet und der Gesamtpreis angezeigt, erst nach der Kontrolle und Bezahlung wird die Buchung wirksam.

Tickets: Im Restaurant De Zwarte Zwaan am Abfahrtsort und in den Touristenbüros von Rotterdam am Coolsingel und am Bahnhof.

Dauer: 1 Stunde (Abfahrtszeiten auf der Website)

 

Hinweis: Zur Splashtour wurde ich eingeladen von Rotterdam Marketing

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Kommentare  
#1 michaela 2013-08-28 08:58
Wow! Das ist ja mal eine großartige Idee!
Eigentlich will ich immer mit dem Wassertaxi durch Rotterdam brausen, wenn wir dort sind, aber beim nächsten Mal überlege ich mir, ob wir nicht lieber mal mit dem Bus fahren :)
Danke für den Tipp!
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#2 Simone 2013-08-28 09:22
Wenn es geht mach beides!
Am besten mit dem Wassertaxi (sehr empfehlenswert!) zur Abfahrtsstelle des Busses, da gibt es eine Anlegestelle. Und den Rückweg in die Stadt in einem schönen Spaziergang durch den Park, dem Scheepvaartskwartier bis zur Erasmusbrücke. Immer schön an der Maas entlang. Lohnt sich :-)
LG Simone
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#3 Heiko 2014-12-11 11:11
Wow... das muss ein Erlebnis gewesen sein. Wenn ich einmal dort bin, werde ich diese Tour auf jeden Fall auch machen :-)

Gruß
Heiko von Segwaytour Köln
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