Die deutsche und die niederländische Sprache liegen ziemlich nahe beieinander und vieles kann man auch ohne Kenntnisse der jeweilig anderen Sprache verstehen. Aber aufgepasst, manchmal kann das auch ganz schön nach hinten los gehen.

Die sogenannten Falschen Freunde lauern überall und können zu bösen Missverständnissen, aber auch großen Heiterkeitsausbrüchen führen. Denn Falsche Freunde gaukeln einem nur vor, das gleiche Wort in 2 verschiedenen Sprachen zu sein, in Wirklichkeit haben sie ganz verschiedene Bedeutungen.

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Wer die Rubrik Sprache auf Nach Holland schon einmal gelesen hat weiß, dass in diesem Haus keine leichten Mädchen angeboten werden, sondern nur ein Mieter gesucht wird. Und über das klarkommen in Holland habe ich euch auch schon einmal aufgeklärt.

Unverfänglicher, aber immer wieder Verwirrung bzw. Heiterkeit auslösend ist das Wort bellen. In beiden Sprachen ist dieses Wort sehr gebräuchlich, aber in einem ganz anderen Sinne. Im Niederländischen hat bellen so gar nichts mit einem Hund zu tun, sondern heißt ganz einfach telefonieren oder auch klingeln.

Und falls euch der holländische Campingnachbar erzählt, dass seine Frau gerade sehr viel gekocht hat, solltet ihr euch nicht unbedingt für ihn freuen und hoffen, dass ihr eingeladen werdet. Seine Frau wird ihm jetzt keine köstlichen Speisen auftischen, sondern eher einen leeren Geldbeutel. Gekocht heißt auf Deutsch nämlich gekauft und die Frau Nachbarin hat gerade einen Großeinkauf hinter sich. Gekookt (das deutsche gekocht) wäre dem ein oder anderen vermutlich lieber gewesen.

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In sehr vielen Wörtern begegnet man der niederländischen Silbe uit-, die man übrigens eher wie ein eut ausspricht und die dem deutschen aus- entspricht. So ist eine ein uitverkoop ein Ausverkauf und eine uitzicht eine Aussicht. Ein uitgang ist auch ein Ausgang, aber eine uitvaart dagegen keineswegs eine Ausfahrt. Zumindest nicht im üblichen Sprachverständnis. Bei einer uitvaart nimmt man sozusagen die letzte Ausfahrt, denn gemeint ist damit eine Beerdigung.

Um bei dem Themenkreis zu bleiben, das niederländische Wort für einen Sarg kann bei Deutschen erst einmal Kopfschütteln hervorrufen. Für sie wäre es ein pietätloses No-Go, für die Niederländer ist das Wort kist einfach die normale Bezeichnung und die sehr gebräuchliche Abkürzung von doodskist. Man legt aber nicht nur Tote in die kist, sondern z.B. auch Werkzeug. Dann wird aber nicht die Kurzform benutzt, sondern der Werkzeugkasten ordentlich als gereedschapskist bezeichnet.

Andere Wörter für eine Kiste im weiteren Sinne sind box, krat oder doos. Eine niederländische doos ist aber keineswegs aus Blech, wie in Deutschland. Meist ist sie aus Karton und ist in Deutschland als Schachtel bekannt. Eine Blechdose wird in Holland als blik bezeichnet, egal ob jetzt Farbe und Cola drin ist. Bei einem Bierdurst kauft man sich in Holland eine blik bier und bei einem großen Durst gleich einen krat bier, das einem Kasten Bier entspricht.

Prost bzw. Proost versteht man dagegen in beiden Ländern ganz ohne Missverständnisse.

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