„De compagnie van kapitein Frans Banning Cocq en luitenant Willem van Ruytenburgh maakt zich gereed om uit te marcheren”,  heißt das berĂŒhmteste GemĂ€lde von Rembrandt van Rijn offiziell. Aber sowohl beim KĂŒnstler als auch bei seinem Meisterwerk hat sich eine gekĂŒrzte Namensgebung durchgesetzt. Gott sei Dank.

Wer das Rijksmuseum in Amsterdam heute besucht findet das GemĂ€lde an seinem angestammten Platz im eigenen Saal am Ende der großen Ehrengalerie und unter seinem weltberĂŒhmten Namen - Die Nachtwache von Rembrandt.

rijksmuseumDie Nachtwache von Rembrandt im Rijksmuseum Amsterdam

Schon im 18. Jahrhundert bekam das GemĂ€lde den Namen Nachtwache, obwohl keineswegs eine solche abgebildet ist, sondern eine BĂŒrgerwehr einflussreicher BĂŒrger des 17. Jahrhunderts. Rembrandt nutzte aber viele dunkle Farben, um dadurch mit Lichteffekten bestimmte Personen betonen zu können. Seit 1642, als das GemĂ€lde entstand, dunkelten die Farben noch stark nach, wodurch der Eindruck einer nĂ€chtlichen Darstellung entstand und dem GemĂ€lde somit zu seinem neuen Namen verhalf.

Rembrandts Nachtwache ist das berĂŒhmteste Kunstwerk aus der Sammlung hollĂ€ndischer Meister, die im Rijksmuseum zu sehen ist. Kaum ein Tourist, der Amsterdam besucht, lĂ€sst sich es sich nehmen, einmal vor dem echten GemĂ€lde zu stehen. Aber auch viele HollĂ€nder wollen endlich wieder in ihr Rijks, nachdem es wegen Renovierung so lange geschlossen war. Am 3. Dezember 2013 konnte schon der 2-millionste Besucher begrĂŒĂŸt werden. Beachtlich, wenn man bedenkt, dass das Rijksmuseum erst am 13. April desselben Jahres wieder eröffnet wurde.

Renoviert wurde das 1885 erbaute Museum ĂŒber 10 Jahre und vieles wurde wieder in den Originalzustand nach den EntwĂŒrfen des Architekten P.J.H. Cuypers zurĂŒckgebracht. Aber davon habe ich euch ja schon im Artikel „Cuypers und das Rijksmuseum“ berichtet. Dass Cuypers vor allem ein Kirchenarchitekt war, kann man heute sehr gut in der Vorhalle mit den anschließenden TreppenhĂ€usern sehen. Ein sehr hoher Raum mit einem reich verzierten Kreuzgewölbe, ein wunderschöner Mosaikfußboden und bunt bemalte riesige FensterflĂ€chen, auf die manche Kirche neidisch sein kann, lassen mich regelrecht stumm werden.

rijksmuseum vorhalleWunderschöne Glasfenster in der Vorhalle der Ehrengalerie

Durch große GlastĂŒren kommt man von dort direkt in die Ehrengalerie, in deren Nischen die berĂŒhmtesten Werke der hollĂ€ndischen Meister aus dem 17. Jahrhundert hĂ€ngen. Die ‚Dienstmagd mit Milchkrug‘ von Vermeer, der ‚bedrohte Schwan‘ von Asselijn oder die ‚Flusslandschaft mit Reiter‘ von Cuyp. Nicht zu vergessen die GemĂ€lde von Rembrandt.

Maler aus frĂŒheren bzw. spĂ€teren Jahren sind auf den anderen Stockwerken untergebracht. Auf insgesamt 4 Etagen sind Kunst und Kunsthandwerk der letzten 9 Jahrhunderte verteilt. Es werden ungefĂ€hr 8000 Objekte gezeigt, die einen wirklich umfangreichen Einblick in die niederlĂ€ndische Kunst und Geschichte geben. So findet man das SelbstportrĂ€t von Van Gogh oder das MĂ€dchen im weißen Kimono von Breitner im 1. Stock und den viereckigen Mann von Appel und eine Variante des berĂŒhmten Rietveld-Stuhls im 3. Stock.

rijksmuseum ehrengalerie GemÀlde der Meister des 17. Jahrhunderts in der Ehrengalerie

rijksmuseum rietveld Eine farblose Variante des berĂŒhmten Stuhls von Rietveld

Aber ich will euch jetzt nicht alle tollen Kunstwerke, die es im Rijksmuseum zu bewundern gibt, aufzĂ€hlen, geht am besten selber mal hin. Lohnt sich wirklich. Die Schlange an der Kasse ist auch nicht mehr so lang, als gleich nach der Eröffnung. Man kann seine Eintrittskarte auch ĂŒbers Internet kaufen, dann kann man sich die Kasse sparen. Nur an der Garderobe kann es dann noch zu Wartezeiten kommen, falls man eine Jacke oder eine grĂ¶ĂŸere Tasche dabei hat. Am besten man kommt vor 11 Uhr, bevor die Reisegruppen auftauchen. Geöffnet ist das Rijksmuseum ĂŒbrigens tĂ€glich von 9 bis 17 Uhr. Abendliche Öffnungszeiten haben sich leider noch nicht durchgesetzt.

Die Informationen an den Kunstwerken selbst sind auf NiederlĂ€ndisch und Englisch. Auch die weiterfĂŒhrenden Informationskarten bei besonderen TopstĂŒcken liegen in diesen beiden Sprachen aus. Informationen in anderen Sprachen, darunter auch Deutsch, bietet eine Multimediatour mit 6 verschiedenen RundgĂ€ngen zu bestimmten Themen. Diese gibt es vor Ort fĂŒr 5,- Euro zum Ausleihen oder, falls man ein Smartphone besitzt, kann man diese schon vorab gratis herunterladen.

rijksmuseum atriumSchon das Atrium im Rijksmuseum ist sehenswert

 

Info Rijksmuseum

Rijksmuseum, Museumplein Amsterdam

  • Erreichbarkeit: Tram 2 und 5
  • Öffnungszeiten: tĂ€glich 9 bis 17 Uhr
  • Eintritt: Erwachsene 17,50 Euro, Kinder und Jugendliche bis 18 Jahre gratis; Multimediatour: 5,- Euro
  • Multimediatour (gratis): iTunes app store (iPhone/iPad) oder Google Play (Android)

Die Website des Rijksmuseum ist hauptsÀchlich auf NiederlÀndisch und Englisch, nur die Zugangsinformationen auch auf Deutsch.
Im Rijksstudio gibt es online und gratis Zugang zu 150.000 Kunstwerken.

 

 rijksmuseum vangoghBesucher bewundern das SelbstportrĂ€t von Van Gogh

rijksmuseum nachtwacheEinmal ganz nah vor der Nachtwache von Rembrandt

 

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Kommentare   

Jutta
#1 Jutta 2014-03-10 11:16
Ich muss unbedingt wieder dorthin! Die Multimediatour als Download kannte ich noch nicht - danke fĂŒr den Tipp! Ich finde die Museumskaart immer praktisch. Wenn man hĂ€ufig in niederlĂ€ndischen Museen unterwegs ist, lohnt sich die Karte in jedem Fall.
Sonnige GrĂŒĂŸe
Jutta
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Simone
#2 Simone 2014-03-17 08:14
Ja die Museumskarte ist wirklich ihr Geld wert. Die meisten Museen kosten inzwischen oft 15 Euro Eintritt, da lohnen sich die 50,- Euro fĂŒr die Karte schnell :-)
LG Simone
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