handwerker macht klompenArbeiten in Holland

In den letzten Jahren verkehrte die Niederlande in einer wirtschaftlichen Krise, in der auch viele ihren Job verloren. Inzwischen geht es langsam wieder aufwärts und auch der Arbeitsmarkt entspannt sich etwas.

 

Im Allgemeinen werden deutsche Arbeitnehmer aufgrund ihrer guten Ausbildung geschätzt, so dass man eine reelle Chance auf eine direkte Anstellung hat. Relativ einfach ist es Arbeit über eine Zeitarbeitsfirma, ein "uitzendbureau", zu finden, die es an jeder Ecke gibt. Aber aufgepasst, im Gegensatz zu Deutschland, ist man normalerweise nicht dort angestellt. Das heißt, wenn man nicht beschäftigt wird, bekommt man auch kein Gehalt.

Bessere Chancen auf dem Arbeitsmarkt hat man, wenn man schon Niederländisch spricht. Aber auch ohne Sprachkenntnisse ist es möglich, an eine Arbeitsstelle zu kommen. Bei Bewerbungen und späteren Vorstellungsgesprächen ist das Englische dem Deutschen vorzuziehen. Die meisten Niederländer verstehen Deutsch zumindest, aber sie schätzen es auch, wenn man nicht automatisch davon ausgeht, dass man mit Deutsch problemlos durchkommt. Englisch wird im Allgemeinen sehr gut gesprochen.

Bewerbungen werden in den Niederlanden inzwischen sehr oft per e-Mail verschickt. Zeugnisse und auch ein Foto sind meist nicht üblich. Ausbildungs- und Arbeitszeugnisse kann man eventuell zu einem Vorstellungsgespräch mitnehmen, aber auch das ist nicht gängige Praxis. Am wichtigsten ist ein übersichtlicher, tabellarischer Lebenslauf, den man Curriculum Vitae, kurz CV, nennt.

Über die Unterschiede im Arbeitsalltag zwischen Deutschland und Holland gibt es im Nach Holland Blog bei Wie das so ist, das Arbeiten in Holland einen kleinen Einblick.

 

Eine interessante Broschüre mit den Antworten zu den "30 häufig gestellten Fragen zum Thema Arbeiten in den Niederlanden", herausgegeben von EURES, könnt ihr euch kostenlos hier herunterladen. 

 

Arbeitsmarkt

Die langjährige Krise in den Niederlanden ist überwunden, die Arbeitslosenzahlen sind inzwischen stark gesunken. Der Facharbeiter-Mangel ist auch in den Niederlanden angekommen. Gutes Personal wird in vielen Branchen gesucht, in einigen Branchen verstärkt. Dazu gehört vor allem

  • Baubranche
  • Handel- und Dienstleistung
  • IT Branche
  • Metallbau (Ingenieure, Schweißer, Monteure)
  • technische Ingenieure
  • technische und kaufmännische Vertriebsfachkräfte
  • Logistik
  • (Petro-) Chemische Industrie

Im Pflege- und Gesundheitsbereich wurde aufgrund staatlicher Sparmaßnahmen in den letzten Jahren viel Personal entlassen, obwohl eigentlich mehr Personal notwendig wäre. Man hat dort auch als Deutscher durchaus eine Chance, aber ohne niederländische Sprachkenntnisse ist es kaum möglich. Im Normalfall muss man im Pflegebereich auch seine Berufsqualifikation, die man in Deutschland erworben hat, anerkennen lassen. Ab dem 1. Januar 2017 ist dafür auch eine sprachliche Qualifikation notwendig. Nähere Infos und entsprechende Formulare für den Antrag, findet ihr hier.

 

Grenzgänger

Als Grenzgänger bezeichnet man Menschen, die in einem Land arbeiten und im anderen Land arbeiten. Hier geht es hauptsächlich um Deutsche, die in Deutschland wohnen bleiben, aber über die Grenze in die Niederlande gehen, um dort zu arbeiten.

Vor allem wenn man grenznah wohnt und Kinder im Schulpflichtigen Alter hat, ist diese Möglichkeit eigentlich ideal. Die Kinder können in ihrer vertrauten Umgebung bleiben und weiterhin eine deutsche Schule besuchen, zusätzlich sind die Kosten für Wohnung und auch Auto in Deutschland meist geringer.

Gesetzlich ist das inzwischen ganz gut geregelt, sowohl was Steuer als auch was Sozialversicherungen angeht. Sobald ihr einen regulären Arbeitsplatz bei einem niederländischen Betrieb annehmt, seid ihr in den Niederlanden steuerpflichtig. Auch die Sozialabgaben werden dort einbehalten und ihr seid dort krankenversichert. Zum Arzt könnt ihr aber weiterhin an eurem deutschen Wohnort.

Eine ganze Reihe Informationsbroschüren für Grenzgänger auf Deutsch gibt es auf der Webseite von Grenzinfo. Übrigens auch für Personen, die in Deutschland arbeiten, aber in den Niederlanden wohnen. Auch die neue Webseite grenzpendler-info.de, eine Initiative u.a. vom Ministerium für Arbeit, Gesundheit und Soziales des Landes Nordrhein-Westfalen, bietet Hilfestellung für die verschiedenen Wohn-Arbeits-Situationen.

Zusätzlich könnt ihr euch auch noch entsprechende Broschüren mit vielen Informationen herunterladen. Zum einen die Broschüre Wohnen in NL - Arbeiten in D, die vom Finanzministerium Nordrhein-Westfalens herausgegeben wurde, zum anderen die Broschüre Arbeit in den Niederlanden - Wohnsitz in Deutschland, die vom Bureau voor Duitse Zaken stammt.

 

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